Prozesslandkarte erstellen: Anleitung, Ebenen und Beispiel

Lena SommerDigitale Redakteurin bei AskSensei2 Min. Lesezeit

Wer eine Prozesslandkarte erstellen will, sucht meist nach einem Überblick: Welche Abläufe gibt es im Unternehmen überhaupt, und wie hängen sie zusammen? Genau das leistet eine Prozesslandkarte — sie ist die Landkarte deiner Organisation auf einer Seite. Diese Anleitung zeigt Schritt für Schritt, wie du sie aufbaust.

Was ist eine Prozesslandkarte?

Eine Prozesslandkarte (auch Prozesslandschaft) stellt alle wesentlichen Prozesse eines Unternehmens auf einen Blick dar und ordnet sie in Ebenen. Sie zeigt nicht die Details einzelner Abläufe, sondern das große Bild: Was passiert im Unternehmen, und wie greift es ineinander?

Sie ist damit die oberste Ebene der Prozessdokumentation — von hier aus arbeitest du dich in einzelne Prozesse und SOPs hinein.

Die drei Ebenen einer Prozesslandkarte

Klassisch werden Prozesse in drei Gruppen sortiert:

  • Managementprozesse: steuern das Unternehmen (Strategie, Planung, Controlling).
  • Kernprozesse: schaffen direkten Kundennutzen (z. B. Leistungserbringung, Vertrieb, Lieferung).
  • Unterstützungsprozesse: halten den Betrieb am Laufen (IT, HR, Buchhaltung).

Diese Dreiteilung macht sofort sichtbar, welche Prozesse wertschöpfend sind und welche sie ermöglichen.

Prozesslandkarte erstellen: 5 Schritte

1. Kernprozesse sammeln

Beginne mit der Frage: Wofür bezahlen uns unsere Kunden? Die Antworten sind deine Kernprozesse — meist drei bis sieben.

2. Unterstützungs- und Managementprozesse ergänzen

Frage anschließend: Was braucht es, damit die Kernprozesse laufen? Und: Wie wird das Ganze gesteuert? So füllst du die anderen beiden Ebenen.

3. Prozesse benennen und gruppieren

Vergib klare, einheitliche Namen und ordne jeden Prozess einer der drei Ebenen zu. Halte dich an die Sprache, die im Unternehmen ohnehin genutzt wird.

4. Zusammenhänge einzeichnen

Zeige, wie Prozesse ineinandergreifen — vor allem an den Übergängen zwischen Abteilungen. Genau dort entstehen später die meisten Reibungsverluste.

5. Prüfen, freigeben, pflegen

Lass die Landkarte von den Prozessverantwortlichen prüfen und plane ein jährliches Update ein. Ein Unternehmen verändert sich — die Landkarte muss mitwachsen.

Ein einfaches Beispiel

Eine Agentur könnte als Kernprozesse „Neukundengewinnung", „Projektabwicklung" und „Kundenbetreuung" führen; als Unterstützung „Recruiting", „IT" und „Buchhaltung"; als Management „Strategie" und „Qualitätsmanagement". Mehr braucht die oberste Ebene nicht.

Tipps für eine nützliche Prozesslandkarte

  • Weniger ist mehr: Die Landkarte passt auf eine Seite. Details gehören in die einzelnen Prozesse.
  • Aus Kundensicht denken: Kernprozesse sind das, was beim Kunden ankommt.
  • Lebendig halten: Eine Landkarte im Schrank nützt nichts — verlinke von hier direkt in die Prozesse. Sobald daraus viele werden, hält AskSensei sie auffindbar und aktuell.

Steht die Landkarte, geht es an die Tiefe: einzelne Abläufe im Team dokumentieren und gezielt optimieren.

Fazit

Eine Prozesslandkarte zu erstellen bedeutet, das große Bild zu zeichnen: Kernprozesse zuerst, dann Unterstützung und Management, sauber benannt und verbunden. Sie gibt deinem Team Orientierung und dir die Grundlage, um gezielt dort zu dokumentieren und zu verbessern, wo es am meisten bringt.

Häufige Fragen

Was gehört auf eine Prozesslandkarte?
Die wesentlichen Prozesse des Unternehmens, geordnet in drei Ebenen: Managementprozesse (Steuerung), Kernprozesse (direkter Kundennutzen) und Unterstützungsprozesse (Betrieb). Details einzelner Abläufe gehören nicht auf die Landkarte, sondern in die jeweiligen Prozessbeschreibungen.
Was ist der Unterschied zwischen Kern- und Unterstützungsprozessen?
Kernprozesse schaffen direkten Nutzen für den Kunden — für sie bezahlt er. Unterstützungsprozesse (z. B. IT, HR, Buchhaltung) schaffen keinen direkten Kundennutzen, sind aber nötig, damit die Kernprozesse funktionieren.
Wie oft sollte man eine Prozesslandkarte aktualisieren?
Mindestens einmal jährlich sowie immer dann, wenn sich das Geschäftsmodell, die Organisation oder wesentliche Abläufe ändern. So bleibt die Landkarte ein verlässlicher Überblick statt einer Momentaufnahme.